MAV Plakatleinwand Aufn  17 03 2016

Aufnahme: A. Ziesmann

Nebentätigkeit

Was ist Nebentätigkeit und was ist dabei zu beachten?

Begriffserklärung

Eine Nebentätigkeit ist jede Beschäftigung gegen Entgelt, die neben einer hauptberuflichen Beschäftigung von einem Arbeitnehmer oder Beamten ausgeübt wird. Das Entgelt bezeichnet man als Nebenverdienst oder Zuverdienst.
Eine Nebentätigkeit kann anzeigepflichtig bzw. je nach Art bei der Tätigkeit zusätzlich genehmigungspflichtig sein. Die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit darf nicht überschritten werden. Diese beträgt bis zu 10 Stunden täglich. Dieses gilt gemäß § 3 Arbeitsschutzgesetzt nicht für ehrenamtliche Tätigkeiten. Auch darf die Leistungsfähigkeit des Arbeitsnehmers im Rahmen seiner Haupttätigkeit durch die Nebentätigkeit nicht erheblich eingeschränkt werden. Ebenso darf es nicht zu einer Interessen- oder Pflichtkollision zwischen Haupt- und Nebentätigkeit kommen.

(2018-07-18)

Mitteilung über die Aufnahme einer Nebentätigkeit

Es empfiehlt sich, wer eine Nebentätigkeit annehmen will, dieses vorher von seinem Arbeitgeber mitzuteilen. Dazu reicht ein „Zweizeiler“. Dieser sollte folgenden Punkte enthalten:

Name und Anschrift des Antragstellers

Ort und Datum des Schriftstückes

Anschrift des Arbeitgebers

Erklärung um welche Tätigkeit es sich ab wann handelt

mit wieviel Zeitaufwand diese ausgeführt wird und zum Abschluss

eine persönliche Unterschrift.

Nachfolgend noch ein Hinweis, wenn Sie während der Elternzeit eine Nebentätigkeit ausüben wollen

Arbeitgeber muss Nebenjob in der Elternzeit genehmigen

Wer in der Elternzeit einen Nebenjob annehmen will, muss sich das vom Arbeitgeber genehmigen lassen. Darauf weit Hans-Georg Meier hin, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin. Den Antrag sollten Berufstätige spätestens vier Wochen vor dem Wunschbeginn im Nebenjob stellen. Denn so lange hat der Arbeitgeber Zeit, darauf zu reagieren. Äußert er sich innerhalb dieser Zeit nicht, gilt das als Zustimmung.
Will der Arbeitgeber die Genehmigung verweigern, müsse er das schriftlich machen, erklärt Meier. Dafür braucht er allerdings wichtige betriebliche Gründe. Das kann zum Beispiel sein, dass jemand für die Konkurrenz arbeiten will. Ein Beispiel: Jemand ist bei einer Anwaltskanzlei angestellt und will nun während der Elternzeit für eine andere Kanzlei tätig sein.
Andere Gründe sind, wenn der Mitarbeiter durch seinen Nebenjob in Loyalitätskonflikt gegenüber seien Arbeitgeber kommt. Ein Beispiel: Jemand arbeitet in einem Fitnessstudio. Parallel über nimmt einen Job bei einem Unternehmen, das für die Wartung der Geräte im Fitnessstudio zuständig ist. Hier kann es einen Interessenkonflikt geben – das Fitnessstudio ist an einer möglichst guten Wartung interessiert, der Wartungsservice möchte dagegen, dass sein Arbeitseinsatz nicht völlig auf dem Ruder läuft. Das könne zum Beispiel ein Problem sein, sagt Meier.
Möchte der Arbeitgeber, dass während der Elternzeit nicht für einen Anderen, sondern ausschließlich für ihn gearbeitet wird, habe sein Interesse im Übrigen Vorrang, sagt Meier. Der Mitarbeiter kann in dem Fall aber wiederum Einwände geltend machen, wenn die Konditionen ganz andere sind – etwa, dass man sich im Nebenjob die Stunden völlig frei einteilen könnte, bei alten Arbeitgeber allerdings nicht. (dpa) –Cellesche Zeitung vom 02.01.2017