MAV Plakatleinwand Aufn  17 03 2016

Aufnahme: A. Ziesmann

Wegeunfall

Arbeits- und Wegunfälle

Wegeunfälle
Wegeunfälle sind Unfälle, die auf dem direkten Weg zur Arbeit oder zurück passieren.
Der Versicherungsschutz beginnt in der Regel mit dem Verlassen des Wohnhausen und endet mit dem Erreichen der Arbeitsstätte und besteht auf dem direkten Weg und auf Umwegen, die notwendig werden, z.B.
- um Kinder während der Arbeitszeit unterzubringen,
- bei Fahrgemeinschaften
- bei Umleitungen oder
- wenn der Arbeitsplatz über einen längeren Weg zügiger erreicht werden kann.

Kein Versicherungsschutz besteht:
- während einer Unterbrechung des Weges (z.B. Einkauf)
- bei Umwegen, die aus privaten Gründen erfolgen
- in der Regel bei Abwegen (d.h. bei Wegen, die nicht in Richtung Wohnung oder Arbeitsstätte führen)

Hinweis: Wird der Weg aus privaten Gründen länger als zwei Stunden unterbrochen, steht der restliche Weg nicht mehr unter Versicherungsschutz!

Fahren Sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und erleiden auf dem Arbeitsweg einen Unfall, können Sie sich nicht auf den Versicherungsschutz berufen, da Sie einen solchen zumindest fahrlässig in Kauf genommen haben.

Wildunfall auf dem Arbeitsweg

Wer auf der Landstraße den Weg zur Arbeit beginnt, weiß, Dunkelheit und Nebel können die Sicht ordentlich trüben. Bei diesen Sichtverhältnissen übersieht man unter Umständen schnell ein Reh oder Wildschwein das plötzlich vor dem Auto auftaucht und Sie weichen überrascht aus bzw. kollidieren mit dem Wild. Was nun?

Der Unfall muss bei dem Wildhüter bzw. der Polizei angezeigt werden. Darüber hinaus werden die Schäden für gewöhnlich von der Teilkaskoversicherung getragen. Der Unfallhergang wird genau analysiert und daran bemessen, ob der Schaden von der Versicherung übernommen wird.

Wollten Sie direkt zur Arbeit, kann der Autounfall auf dem Arbeitsweg als Wegeunfall anerkannt werden. Die Berufsgenossenschaft übernimmt dann die Kosten für die Behebung der erlittenen Gesundheitsschäden.

Arbeitsunfälle

Arbeitsunfälle sind Unfälle, die Beschäftigte bei der Ausübung ihrer Arbeit oder auf Dienstreisen erleiden.
Dazu gehören z.B.
- Unfälle die auf allen Dienstfahrten und Dienstgängen passieren und mit der Arbeit verbundenen sind
- beim Betriebssport
- bei vom Unternehmen veranstaltete Betriebsfeiern und Ausflüge.

Entscheidend ist, dass die Tätigkeit dem Unternehmen und nicht privaten Zwecken dient.

Ausnahmen
Kein Versicherungsschutz besteht, wenn Verletzungen oder Gesundheitsschäden ohne Einwirkung von außen zufällig während der Arbeit oder im Dienst auftreten. Auch Unfälle, die absichtlich herbeigeführt werden oder die ausschließlich auf Trunkenheit oder private Tätigkeiten zurückgehen, gelten nicht als Arbeitsunfall.

Kausalität

Kausalität bedeutet Ursächlichkeit. Ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz bei der gesetzlichen Unfallversicherung besteht, hängt davon ab, inwiefern sich eingetretene Gesundheitsschäden auf den betrieblichen (versicherten) Bereich zurückführen lassen. Von zentraler Bedeutung ist die Frage, ob die zu einem Unfall oder einer Berufskrankheit führende Tätigkeit in einem inneren Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis steht.

Wichtig ist auch, dass der Arbeitsunfall den Gesundheits(erst)schaden verursacht und nicht ein bereits vorhandener - anlagebedingter - Schaden akut wird. Dies gilt auch dann, wenn bislang noch keine Beschwerden bestanden haben.

Unfallanzeige

Meldepflichtig sind Unfälle, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Tagen geführt haben (§ 193 Abs. 1 SGB VII) oder tödlich verlaufen sind. Es sind grundsätzlich Samstage sowie Sonn- und Feiertage mitzuzählen, es sei denn, die Arbeitsunfähigkeit ist erst später eingetreten.

Anzeigepflichtig ist der Unternehmer. Die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt müssen von jeder Anzeige unterrichtet werden.

(2020-03-31)